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Wie Sie an heißen Tagen frisch bleiben

Wenigstens etwas Frischegefühl an heißen Tagen verspricht Deo. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Christin Klose/dpa-tmn)

Es ist wieder die Zeit des Jahres, in der die Vorfreude auf die erfrischende Dusche am Abend groß ist. Endlich den Schweiß runterspülen und sich wieder frisch fühlen – wenn auch nur kurz.

«Schwitzen ist eine Laune der Natur», sagt Uta Schlossberger, Dermatologin in Köln. Und zwar eine, die gar nicht so oft vorkommt. «Der Mensch schwitzt und ein paar Tiere, zum Beispiel Gorillas oder Pferde.»

Klimaanlage des Körpers: Warum wir schwitzen

Dabei ist der Mechanismus hinter dem Schwitzen ziemlich clever. Hautärztin Schlossberger beschreibt ihn als Klimaanlage des Körpers. Steigt die Umgebungstemperatur an, produzieren die Schweißdrüsen in der Haut ein Sekret aus Wasser, Kochsalz, Fettsäuren und anderen Stoffen. Kurz gesagt: Schweiß.

Der verdunstet in der Hitze, was unserer Hautoberfläche Abkühlung verschafft. «So trägt Schwitzen dazu bei, dass die Kerntemperatur im Körper stabil bleibt», sagt Schlossberger. Gäbe es diesen Mechanismus nicht, bekämen wir Fieber.

Hinter dem Schwitzen steckt eine Infrastruktur aus rund vier Millionen Schweißdrüsen, die in der Haut sitzen und den Schweiß über die Poren an die Oberfläche befördern.

«Das Sekret, das sie bilden, riecht eigentlich nicht», sagt Schlossberger. Wären da nicht die Pilze und Bakterien, die unsere Haut von Natur aus besiedeln. «Wenn die sich dann da draufsetzen, fängt es an zu riechen.»

Muffig, ranzig, säuerlich: Warum Schweiß riecht

Dass Schweiß sich nicht nur durch Flecken auf dem Shirt, sondern auch durch Geruch bemerkbar macht, ist also ein ganz normaler Prozess. Das Problem sei nur, dass dessen Abbauprodukte – zum Beispiel Ammoniak und Aminosäuren – muffig, ranzig, säuerlich riechen würden und «wir damit unserer Umwelt auf die Nerven gehen», so Schlossberger.

Gut also, dass man für etwas mehr Frische rollern, sprühen und cremen kann – mit Deo. Allerdings bringt das nur wenig, wenn man es auf Schweiß aufträgt, der ohnehin schon riecht. «Das Deo versiegelt das quasi. Davon haben Sie nichts», sagt Schlossberger.

Dieses Problem lässt sich aber leicht umgehen: Einfach die Achseln mit Wasser waschen – und erst danach rollern, sprühen oder schmieren. So fühlt man sich wortwörtlich im Handumdrehen frischer.

Entwarnung: Warum Aluminium im Deo doch nicht tabu ist

Gerade wenn man unter den Armen stark schwitzt, wirken Deos mit Aluminiumsalzen gut, so Dermatologin Schlossberger. Dann hat man es mit sogenannten Antitranspiranten zu tun. Sie verengen die Schweißdrüsen, so dass man weniger schwitzt.

Aluminium in Deo, war da nicht was? In den vergangenen Jahren standen Antitranspirante mit diesem Inhaltsstoff zeitweise in der Kritik. Der Verdacht: Aluminium, das übers Deo in den Körper gelangt, könnte möglicherweise das Risiko für Brustkrebs oder Alzheimer erhöhen.

Im Jahr 2020 gab das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aber Entwarnung: «Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Aluminium-Aufnahme über die Haut sind unwahrscheinlich», hieß es in einer Stellungnahme. Hintergrund: Durch Antitranspiranten gelangt doch weniger Aluminium in den Körper als noch vor einigen Jahren angenommen. Das konnten Studien zeigen.

Wer dennoch lieber auf Aluminium in seinen Achselhöhlen verzichten will, kann laut der Zeitschrift «Öko-Test» zu Deos mit Natron greifen (Ausgabe 6/2022). Auf der Liste der Inhaltsstoffe ist es unter der Bezeichnung «Sodium Bicarbonate» zu finden. Vor allem Naturkosmetik-Deos basieren auf diesem Inhaltsstoff.

Von Faser bis Farbe: Warum das Outfit den Unterschied macht

Was ebenfalls beeinflusst, wie viel Schweiß läuft, ist die Kleidung – genauer gesagt: Stoff, Schnitt und Farbe. Wie sieht das perfekte Outfit für heiße Tage aus, das bestenfalls auch im Büro funktioniert?

«Baumwolle und Leinen sind typische Sommerfasern», sagt Stefan Thumm vom Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie (VTB). Sie punkten an heißen Tagen damit, dass sie atmungsaktiv sind und Feuchtigkeit gut aufnehmen.

«Man riecht darin auch nicht so schnell wie wenn man in Polyester schwitzt», sagt Thumm. Allerdings neigt Baumwolle eher dazu, am Körper zu kleben als Leinen.

Auch Viskose, Modal und Lyocell – allesamt synthetisch gewonnene Naturfasern – sind laut dem Textil-Experten an heißen Tagen angenehm zu tragen. Übrigens: Soll ein Outfit gut für hohe Temperaturen geeignet sein, zählt auch die Faser der Unterwäsche.

Von der Faser zur Farbe: Am besten wählt man helle Töne, zum Beispiel Weiß oder Pastelltöne. «Dunkle Farben laden sich in der Sonne mehr auf. Weiß hingegen reflektiert die Wärme», erklärt Thumm.

Und auch der Schnitt zählt: «Es sollte möglichst weite Kleidung sein», sagt Dermatologin Schlossberger. Dass dabei oft von «luftiger» Kleidung die Rede ist, trifft den Nagel auf den Kopf: Steckt der Körper in weiten Klamotten, kann es zu mehr Luftaustausch kommen – somit wird die Haut besser heruntergekühlt.

Spuren des Sommers: Warum Sie Bleichmittel parat haben sollten

Selbst im optimalen Outfit lässt sich das Schwitzen aber nicht vermeiden – und hinterlässt mitunter Spuren in Form von gelblichen Flecken. Der Rat des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW), um diese wieder loszuwerden: Waschpulver mit Bleichmittel.

Klappt diese Methode nicht, weicht man das Kleidungsstück am besten in heißem Wasser ein und gibt neben einem Waschmittel auch ein Fleckensalz oder -gel mit Bleichmittel hinzu.

Von Ricarda Dieckmann, dpa